Neuanfang in Lebenskrisen – wenn sich alles verändert

Von Herzen Neu · Folge 1 · Meine erste Radiosendung auf Radio Aktiv Hameln

Am 16. Juni 2026 war es so weit: Meine Bürgerfunksendung „Von Herzen Neu“ ging zum ersten Mal auf Sendung – jeden Mittwoch von 19 bis 20 Uhr auf Radio Aktiv Hameln. Eine Stunde voller Impulse, Musik und ehrlicher Worte über das, was uns wirklich bewegt: das Leben, wenn es sich plötzlich verändert.

Warum diese Sendung – und warum jetzt?

Ich mache diese Sendung, weil ich weiß, wie es sich anfühlt. Wenn der Boden unter den Füßen wegrutscht. Wenn man morgens aufwacht und nicht mehr genau weiß, wer man eigentlich ist – jetzt, nach allem, was passiert ist.

„Von Herzen Neu“ – das ist kein Titel, den ich zufällig gewählt habe. Er bedeutet mir wirklich etwas. Neu anfangen. Nicht weil man muss. Sondern weil man irgendwann spürt: So, wie es war, kann es nicht bleiben. Und weil man gleichzeitig noch gar nicht weiß, wie es stattdessen sein soll.

Genau in diesem Raum – zwischen dem Alten, das geht, und dem Neuen, das noch nicht da ist – wollen wir uns gemeinsam aufhalten. Jede Woche. Mit Impulsen, Gedanken und vielleicht dem Gefühl: Ich bin damit nicht allein.

Was ist überhaupt eine Lebenskrise?

Lebenskrisen haben viele Gesichter. Die Trennung nach langer Ehe. Der Verlust eines geliebten Menschen. Die schwere Diagnose. Der Jobverlust. Das leere Nest. Die Erschöpfung, die sich über Monate aufgebaut hat und irgendwann zu groß wird.

Und das Gemeinsame in all diesen Momenten? Wir verlieren den Boden unter den Füßen. Was uns bisher getragen hat, trägt nicht mehr. Was uns Orientierung gegeben hat, fehlt plötzlich. Und wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich, wenn das, was mein Leben ausgemacht hat, nicht mehr da ist?

Das ist kein Versagen. Das ist keine Schwäche. Das ist zutiefst menschlich.

Jeder Mensch kommt in seinem Leben in Phasen, in denen er nicht mehr weiter weiß. Jeder. Auch die, die nach außen hin so wirken, als hätten sie alles im Griff.

Krisen sind keine Endpunkte. Sie sind Wegkreuzungen.

Der erste und mutigste Schritt: Fühlen lassen

Viele von uns haben über Jahre gelernt zu funktionieren. Weiterzumachen. Nicht zu zeigen, wie es wirklich aussieht. Wir sind stark, wir halten durch, wir kümmern uns um alle anderen – und vergessen dabei, uns selbst zu fragen: Wie geht es mir eigentlich wirklich?

Der erste und oft mutigste Schritt in einer Krise ist dieser: Fühlen lassen. Nicht wegschieben. Nicht überlagern mit Beschäftigung. Nicht schönreden.

Fühlen ist keine Schwäche. Fühlen ist der Anfang von Heilung. Erst wenn wir wirklich anerkennen, was ist – den Schmerz, die Trauer, die Wut, die Erschöpfung – erst dann kann sich etwas verändern.

Ein konkreter Impuls für Dich: Nimm Dir heute Abend fünf Minuten. Setz Dich hin, gerne mit einer Tasse Tee. Und frag Dich: Was fühle ich gerade wirklich? Nicht was ich fühlen sollte. Was ist wirklich da? Schreib es auf, wenn Du magst. Ganz ohne Bewertung. Einfach nur hinschauen.

Was Krisen uns lehren – und was sie von uns fordern

Jede Krise trägt eine Botschaft in sich. Nicht im Sinne von: Das musste so sein, finde Dich damit ab. Sondern im Sinne von: Was zeigt mir diese Krise über mich, über mein Leben, über das, was ich wirklich brauche?

Krisen sind oft Verstärker. Sie machen das sichtbar, was vorher schon nicht gestimmt hat – aber was wir vielleicht zu lange ignoriert haben. Eine Beziehung, die nicht mehr genährt wurde. Ein Job, der uns aushöhlt. Ein Leben, das wir irgendwann aufgehört haben, selbst zu gestalten.

Die wichtigste Frage, die Du Dir an einer Wegkreuzung stellen kannst, ist nicht: Warum ist das passiert? Sondern: Was will ich von hier aus? Wohin will ich gehen?

Das ist nicht leicht. Und es geht nicht von heute auf morgen. Aber diese Frage zu stellen – das ist der Anfang. Und Du darfst Dir Zeit lassen für die Antwort.

Der Körper spricht – und wir sollten zuhören

In Krisen ist der Körper der erste, der reagiert. Noch bevor wir es mit dem Kopf begreifen, spüren wir es körperlich. Diese Enge in der Brust. Diese bleierne Schwere. Die Schlaflosigkeit um drei Uhr morgens. Der Kloß im Hals.

Das ist kein Einbilden. Der Körper speichert, was die Seele noch nicht verarbeitet hat. Er ist unser treuester Begleiter – und wir hören ihm oft viel zu wenig zu.

Ich arbeite in meiner Praxis auch körperorientiert – weil ich weiß, wie viel in uns steckt, das wir durch den Körper erreichen können.

Eine einfache Übung für jetzt: Leg eine Hand auf Dein Herz. Spür die Wärme Deiner eigenen Hand. Atme einmal tief ein durch die Nase – und langsam aus durch den Mund. Und noch einmal. Und noch einmal.

Spür, was da ist. Ohne es zu bewerten. Ohne etwas ändern zu wollen. Einfach nur bei Dir sein, für diesen Moment.

Das ist Selbstfürsorge. Nicht das große Wellness-Wochenende. Sondern dieser Atemzug. Dieser Moment. Jetzt.

Ein Werkzeug, das wirklich hilft: Die Dankbarkeitsfrage

Ich habe Anfang Juni mein Buch „Der Phoenix Code“ veröffentlicht – es richtet sich vor allem an Frauen ab 50, die nach einer Trennung neu anfangen. Und eines der wirksamsten Werkzeuge, die ich darin teile, ist so einfach, dass viele es unterschätzen.

Ich nenne es die Dankbarkeitsfrage. Frag Dich jeden Abend – bevor Du schläfst – drei Dinge:

  1. Was war heute gut?
  2. Für wen oder was bin ich heute dankbar?
  3. Was habe ich heute geschafft, auch wenn es klein war?

Das ist wissenschaftlich sehr gut belegt. Wer regelmäßig den Fokus auf das richtet, was gut ist – auch wenn es wenig ist – verändert buchstäblich die Struktur seiner Wahrnehmung. Das Gehirn lernt, Ressourcen zu sehen statt nur Probleme. Das ist kein magisches Denken. Das ist Neuroplastizität.

Klein anfangen. Heute Abend. Drei Dinge. Einfach aufschreiben. Und morgen wieder.

Angst als Wegweiser – und der nächste Schritt

Neuanfang macht Angst. Das ist normal. Das ist menschlich. Und wer behauptet, er fange mutig neu an, ohne jemals Angst zu spüren, der schaut vielleicht nicht genau hin.

Viele von uns behandeln Angst wie ein Stoppschild: Ich kann nicht. Es ist zu gefährlich. Ich warte, bis die Angst weg ist. Aber die Angst geht nicht weg, indem wir warten. Sie wird kleiner, indem wir trotzdem einen Schritt machen. Nicht den großen perfekten Schritt. Sondern den nächstmöglichen. Den kleinsten, der geht.

Angst ist kein Stoppschild. Sie ist ein Hinweisschild. Sie zeigt Dir: Hier ist etwas, das Dir wichtig ist. Hier ist Wachstum möglich.

Ein Bild, das mir hilft: Stell Dir vor, Du stehst vor einer Tür. Du weißt nicht, was dahinter ist. Und Du hast Angst. Du kannst vor der Tür stehen bleiben – das ist sicher, aber es verändert nichts. Oder Du kannst die Hand auf den Türgriff legen. Noch nicht aufmachen. Nur die Hand drauflegen. Und dann vielleicht noch einen Zentimeter weiter.

Welche Tür steht gerade vor Dir?

Du bist nicht allein

Sich zeigen wie man ist – das ist so viel schwerer, als es klingt. Besonders in einer Gesellschaft, in der Stärke oft damit gleichgesetzt wird, dass man keine Schwäche zeigt. Dass man lächelt, auch wenn innen gerade alles auseinanderfällt.

Ich möchte Dir heute etwas sagen, das ich wirklich meine – nicht als Floskel, sondern als Überzeugung aus meiner Arbeit und meiner eigenen Erfahrung:

Du bist nicht allein.

Nicht mit dem, was Du gerade durchmachst. Nicht mit der Erschöpfung, die sich angehäuft hat. Nicht mit der Frage, ob das noch besser wird. Andere Menschen sitzen gerade genau dort, wo Du sitzt. Vielleicht sogar in dieser Minute, während sie diesen Artikel lesen.

Und Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche. Es ist eines der mutigsten Dinge, die ein Mensch tun kann.

Dein Abschlussimpuls: Eine Affirmation zum Mitnehmen

Sprich diesen Satz gerne laut oder innerlich mit:

„Ich bin stark genug. Ich bin mutig genug. Mein Neuanfang beginnt jetzt.“

Trag diesen Satz mit Dir. Schreib ihn auf, wenn Du magst. Kleb ihn ans Bad. Sprich ihn morgen früh, wenn Du aufwachst. Nicht weil es magisch ist. Sondern weil das, was wir uns immer wieder sagen, irgendwann das wird, was wir wirklich glauben.

Möchtest Du mehr?

📻 Hör rein: „Von Herzen Neu“ läuft jeden Mittwoch von 19 bis 20 Uhr auf Radio Aktiv Hameln.

📖 Mein Buch: „Der Phoenix Code“ – erhältlich über BoD und überall im Buchhandel. ISBN: 978-3-6963-7769-4

✉️ Schreib mir: Wenn Dich ein Thema besonders bewegt und Du sagst, genau darüber möchte ich mehr hören – dann schreib mir eine Mail an sos@einklang-hameln.de. Ich nehme Dein Thema mit in die nächste Sendung. Du bist hier nicht nur Leserin oder Leser. Du bist Teil davon.

Stephanie Brinkmann ist psychologische Beraterin, Craniosacrale Energetikerin, Aromatherapeutin, Klangschalen- und Entspannungstherapeutin und Mindsetexpertin aus Hameln. Mit ihrer Phoenix Rising Method™ begleitet sie Menschen – insbesondere Frauen ab 50 – dabei, nach Krisen und Umbrüchen neu zu sich selbst zu finden.

Damit Du weißt, wer Du bist. Egal was kommt.

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